Big Data

Intelligente Sensoren sammeln die richtigen Daten

| Redakteur: Katharina Juschkat

Stichwort „Big Data“ bedeutet vor allem, Daten ohne Ende sammeln – aber was damit anfangen? Eine Forschergruppe will deshalb einen neuen Ansatz testen und Sensoren nur relevante Daten sammeln lassen.

In einer vernetzten Fabrik fallen unfassbar viele Daten an, was die Auswertung unnötig kompliziert macht. Die neue Idee: Nur jene Daten sammeln, die man auch braucht.
In einer vernetzten Fabrik fallen unfassbar viele Daten an, was die Auswertung unnötig kompliziert macht. Die neue Idee: Nur jene Daten sammeln, die man auch braucht.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Big Data ist ein wichtiges Buzzword im Umfeld von Industrie 4.0 und vernetzten Fabriken. Im Klartext bedeutet das, dass Sensoren in Produktionsanlagen Daten ohne Ende sammeln, die dann für eine vorausschauende Wartung und mehr ausgewertet werden können. Das Problem ist: Die Masse an Daten ist gigantisch.

Intelligente Daten gewinnen

Konventionelle Verfahren zur Datenverarbeitung erfassen die gesamte anfallende Datenmenge, was häufig zu stark redundanten Messsignalen führt, die dann erst in einem weiteren Schritt ausgewertet werden müssen. Das ist nicht nur mit hohem Aufwand verbunden, meist wird für den jeweiligen Arbeitsprozess auch nur ein geringer Anteil des angefallenen Datenmaterials benötigt.

Mit der Forschergruppe „Signalverarbeitung für die Materialdatengewinnunng mit intelligenter Sensorik“ – kurz Sigmasense – arbeitet die TU Ilmenau gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP aus Saarbrücken seit Anfang 2018 an neuen Methoden zur Gewinnung intelligenter Daten.

Sensoren zeichnen nur auf, was benötigt wird

Ihre Idee: Die für den jeweiligen Arbeitsprozess benötigten Daten schon frühzeitig auswählen und die zu bearbeitende Menge so reduzieren. Intelligente Sensoren sollen nur das aufzeichnen, was auch tatsächlich benötigt wird.

Der wissenschaftliche Leiter von Sigmasense, Dr. Florian Römer, will diese „intelligenten“ Sensoren schaffen: „Statt einfach immerzu Daten aufzuzeichnen, sollen die Sensoren denken lernen und selbstständig entscheiden, welche Daten relevant sind und welche nicht. So behalten wir nur den Teil der Daten, der auch gebraucht wird.“

Statt großer Datenhalden, die aufwändig vorgehalten und nach bestimmten Mustern durchsucht werden müssen, könnten so selektierte, verdichtete Daten gewonnen werden. Willkommener Nebeneffekt: Das neue Verfahren senkt den Energieverbrauch der Sensoren, der Kommunikationsschnittstellen und der Datenspeichereinrichtungen. Ergebnis wären nicht nur intelligente, sondern auch „grüne“ Sensoren.

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