KI

Künstliche Intelligenz zieht in Unternehmen ein

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die nächste Stufe der Automatisierung hält in den Unternehmen Einzug. Laut einer aktuellen Umfrage von Deloitte unter mehr als 500 Führungskräften weltweit haben 58 % der Befragten bereits mit einer intelligenten Automatisierung begonnen.

58 % der knapp 500 Befragten haben laut der Deloitte-Studie in ihrem Unternehmen bereits mit einer intelligenten Automatisierung begonnen.
58 % der knapp 500 Befragten haben laut der Deloitte-Studie in ihrem Unternehmen bereits mit einer intelligenten Automatisierung begonnen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Künstliche Intelligenz und die damit einhergehende technologiebasierte Umstellung von Geschäftsprozessen hat die nächste Stufe erreicht: Prozessautomatisierung, künstliche Intelligenz (KI) und verwandte Technologien werden kombiniert. Man erwartet sich Erfolg: Die befragten Führungskräfte rechnen mit einer Umsatzsteigerung von 11 % und einer durchschnittlichen Kostensenkung von 22 % in den nächsten drei Jahren. Hinzu kommen erwartete Kapazitätssteigerungen von 27 %. Das entspräche der Arbeitsleistung von 2,4 Millionen Vollzeitkräften in den befragten Unternehmen.

Vorhersagen und Entscheidungen automatisieren

Mit Hilfe von intelligenten Technologien sind Unternehmen in der Lage, ihre Geschäftsprozesse zu transformieren. Dabei geht es nicht mehr nur um Geschwindigkeit und Präzision, sondern auch um die Automatisierung von Vorhersagen und Entscheidungen auf Basis von strukturierten und unstrukturierten Daten. Dennoch ist zu beobachten, dass die Potentiale, welche sich durch intelligente Automatisierungslösungen ergeben, häufig skeptisch betrachtet und eher unterschätzt werden.

Die befragten Unternehmen sehen drei wesentliche Vorteile:

  • Erhöhung der Produktivität
  • Kosteneinsparungen
  • erhöhte Präzision der Prozessabläufe

Laut der Studie sparen Unternehmen, die bereits heute auf intelligente Automatisierungslösungen setzen, 27 % Kosten ein.

47 % der Unternehmen haben Robotics Process Automation (RPA) und Intelligent Automation in ihrer Automatisierungs-Strategie verankert.

Und Unternehmen, die in Bezug auf intelligenter Automatisierungslösungen einen höheren Reifegrad aufweisen, kalkulieren mit einer deutlich geringeren Amortisationszeit, so die Studie.

Spürbare Auswirkungen des demografischen Wandels

„Bis 2028 wird die Zahl der Arbeitskräfte in Europa um bis zu acht Millionen sinken. Angesichts dieser spürbaren Auswirkung des demografischen Wandels ist es entscheidend, dass Unternehmen für die Vorzüge der Automatisierung offen sind“, sagt Peter Fach, Partner bei Deloitte im Bereich Robotics und Intelligent Automation. „Vor allem die Prognosen zu Umsatz und Kosten zeigen: Mensch und Maschine können sehr erfolgreich zusammenarbeiten. Immer mehr Führungskräfte erkennen und nutzen die Chancen, die ein Miteinander von Mensch und Maschine bietet.“

Rund 38 % der Entscheider, die sich mit dem Thema beschäftigen, haben Pilotprojekte zur intelligenten Automatisierung eingeführt. 12 % von ihnen setzen die neue Technologie umfassend ein und 8 % automatisieren in großem Umfang. Bei Letzteren haben sich die Zahlen im Vergleich zu der Befragung im Vorjahr verdoppelt.

Fragmentierte Prozesse als größte Hürde

Doch viele Unternehmen sind nicht ausreichend auf die intelligente Automatisierung ihrer Geschäftsprozesse vorbereitet. 42 % der Befragten haben sich mit diesem Thema noch nicht befasst. Fragmentierte Prozesse sind für 36 % der Befragten die größte Hürde bei der Einführung von KI-basierter Automatisierung. Nach Ansicht von 17 % der Führungskräfte ist die interne IT noch nicht bereit. Wie sich die technologische Veränderung auf die Belegschaft auswirken wird, ist 44 % der befragten Entscheider unklar. Mehr als die Hälfte der Führungskräfte (60%) weiß nicht, ob sich ihre Mitarbeiter entsprechend weiterbilden sollten.

Organisationen, die ihre Automatisierungsstrategie erfolgreich skalieren, haben eine klare Vision und Herangehensweise und betrachten Automatisierung zudem als organisations- und bereichsübergreifende Herausforderung.

Sechs Erfolgsfaktoren für die Intelligente Automatisierung

Die Analyse der Umfragedaten zeigt, dass Unternehmen bereits heute von Lösungen der Intelligent Automation profitieren. Daraus lassen sich sechs Erfolgsfaktoren ableiten:

  • 1. Etablierung einer unternehmensweiten Intelligent-Automation-Strategie
  • 2. Kombination von Robotic Process Automation mit AI
  • 3. Readiness der IT: Einsatz notwendiger und geeigneter Technologien, Vorhandensein einer geeigneten Infrastruktur und Berücksichtigung von Cybersecurity-Themen
  • 4. Klare und etablierte Prozesse und Standards sowie gut dokumentierte Prozesse
  • 5. Ein klares Verständnis, wie mithilfe von Intelligent Automation Mehrwert erzielt werden kann
  • 6. Verfolgung einer „radikalen“ Simplifizierung getrieben durch die Notwendigkeit, Kosten zu reduzieren

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