Simulationsplattform Mehr Offenheit für durchgängigere Simulation

Redakteur: Gudrun Zehrer

Siemens hat seine Simit Simulationsplattform für virtuelle Inbetriebnahme und Operatortraining um zahlreiche Funktionalitäten erweitert. Ein Überblick.

Die Simulationssoftware Simit in der Version 10.1 unterstützt sowohl das Prozessleitsystem Simatic PCS 7 als auch das neue webbasierte Leitsystem Simatic PCS neo von Siemens.
Die Simulationssoftware Simit in der Version 10.1 unterstützt sowohl das Prozessleitsystem Simatic PCS 7 als auch das neue webbasierte Leitsystem Simatic PCS neo von Siemens.
(Bild: Siemens)

Die Neuerungen in der Version 10.1 verbessern die Simulation von Automatisierungsapplikationen durch die Wiederverwendung von verschiedenen domänenspezifischen Simulationsmodellen über den gesamten Lebenszyklus von Fertigungs- und Prozessanlagen. Durch eine verbesserte Leistungsfähigkeit, Offenheit und Flexibilität wird der Bedienkomfort gesteigert und unterstützt so den Anwender bei der Erstellung einer ganzheitlichen und durchgängigen Simulation.

Realitätsgetreue Trainingsumgebung vor der Inbetriebnahme

Nicht nur die Automatisierungsapplikationen können durch eine virtuelle Inbetriebnahme mit Simit eingehend überprüft werden, gleichzeitig verfügt der Anlagenfahrer oder der Produktionsleiter mit Simit über eine realitätsgetreue Trainingsumgebung vor der tatsächlichen Inbetriebnahme. Verschiedene Fahrweisen lassen sich dynamisch simulieren, darüber hinaus können sie abgespeichert und nachträglich analysiert werden.

Mittels standardisierter Schnittstellen soll die Systemoffenheit von Simit dazu beitragen, dass sich Informationen einfacher, umfassender und leistungsstärker austauschen oder integrieren lassen. Der Datenaustausch erfolgt standardisiert auf Basis des Kommunikationsprotokolls OPC UA. Zudem ermöglicht eine dedizierte Schnittstelle die Integration der von Prozess Systems Enterprise (PSE) entwickelten Advanced Process Modelling Plattform Gproms.

Modelle anderer Simulationswerkzeuge einbinden

Durch mehr Offenheit können in der Version 10.1 auch Modelle anderer Simulationswerkzeuge, in Form sogenannter Functional Mockup Units (FMUs), über das Functional Mock-up Interface (FMI) eingebunden werden. Die gezielte Optimierung des verfahrenstechnischen Prozesses, auch während des Betriebs der Anlagen, wird durch eine Integration der Gproms-Plattform von PSE mit Simatic PCS 7 ermöglicht. Das Spektrum der betriebsbegleitenden Nutzung von Modellen geht hierbei über Monitoring-, Soft-Sensing-, Prädiktive Regler- bis hin zu Optimierungsapplikationen.

Echtzeit-Simulation von Anlagen und Maschinen

Für eine reaktionsschnelle Simulation bietet die Software in der neuen Version die Möglichkeit, Simulationen auf verschiedene leistungsstarke Rechner zu verteilen. Damit lassen sich komplette Maschinen in Echtzeit virtuell validieren, indem mechatronische Modelle und Verhaltensmodelle der Aktorik und Sensorik simuliert sowie SPS-Applikationen zeitlich synchronisiert, emuliert und somit schließlich überprüft werden. Hierzu unterstützt die Simit-Unit nun auch für zeitkritische und sicherheitsrelevante Bereiche die Ausfallsicherheitsfunktion für i-Devices am Profinet. Die realitätsgetreue Simulation kann damit für eine schnellere und risikominimierte Inbetriebnahme sorgen.

Die neue Version unterstützt das im Markt etablierte Prozessleitsystem Simatic PCS 7 und das neue webbasierte Leitsystem Simatic PCS Neo von Siemens. Die neuen Funktionen der Automatisierungsperipherie Simatic ET200SP HA und die Simatic Compact Field Unit (CFU) lassen sich ebenfalls simulieren. Mit der Version stellt Siemens auch ein Lizenzkonzept vor für eine kostenoptimierte Emulation der Simatic S7-300 Steuerung.

Dieser beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal elektrotechnik.de.

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