Leitfaden

Mit KI neue Geschäftsmodelle schaffen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Ein aktueller Leitfaden der Plattform Lernende Systeme gibt Orientierung, wie neue Geschäftsmodelle mit Künstlicher Intelligenz in der Industrie gelingen können – und zwar nicht nur Großunternehmen.

Künstliche Intelligenz ermöglicht viele neue Geschäftsmodelle – ein Leitfaden unterstützt bei der Umsetzung.
Künstliche Intelligenz ermöglicht viele neue Geschäftsmodelle – ein Leitfaden unterstützt bei der Umsetzung.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Daten sind das neue Gold - und diese Daten sinnvoll zu nutzen und daraus Produkte und Dienstleistungen abzuleiten, sind die Geschäftsmodelle der Zukunft. Dabei hilft vor allem künstliche Intelligenz (KI). Die Plattform Lernende Systeme hat dazu jetzt den Leitfaden „Neue Geschäftsmodelle mit Künstlicher Intelligenz“ herausgegeben.

„Es gibt kein Schema X“

Die Autoren zeigen auf, wie Unternehmen KI erfolgreich in ihr Geschäft integrieren und benennen Stolpersteine. Prof. Susanne Boll-Westermann, Co-Leiterin der Arbeitsgruppe Geschäftsmodellinnovationen der Plattform Lernende Systeme, erklärt: „KI ist für viele Unternehmen leider immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Für die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells mit KI gibt es kein Schema X, denn jedes Unternehmen ist anders. Dennoch gibt es einige Schritte, die bei der strategischen Konzeption und Umsetzung eines Geschäftsmodells hilfreich sind.“

Zunächst müsse man die Möglichkeiten und Technologien der KI verstehen und die Potentiale für das eigene Unternehmen identifizieren. „Der Frage, was mit KI im eigenen Unternehmen erreicht werden kann und soll, muss strategisch vorangetrieben werden“, so Boll-Westermann weiter.

Unternehmen müssen den Mehrwert, den KI ihnen bringen kann, richtig einschätzen. Die Professorin rät: „Wichtig ist, dass Unternehmen sich nicht auf die Verbesserung der internen Prozesse mit KI konzentrieren, sondern bei Geschäftsmodellinnovation den Kundenvorteil und neue Produkte in den Blick nehmen. Natürlich ist es gewinnbringend, wenn mit KI Produktionsprozesse optimiert werden. Möglicherweise werden aber vielversprechende neue Anwendungsfälle in den Kernbereichen des Unternehmens übersehen.“

KI: Nur was für Großunternehmen mit viel Budget?

Häufig scheuen Unternehmen hohe Investitionen oder nehmen an, KI sei in ihrer Branche nicht anwendbar. Der Bericht entkräftet die gängige Vorstellung, dass KI nur für große Unternehmen und mit hohen Investitionen umsetzbar ist. So brauche nicht jedes Unternehmen sein eigenes KI-Produkt.

Selten verfügt ein Unternehmen über alle notwendigen Kompetenzen, die Infrastruktur, Technologien und den Kundenzugang für eine KI-basierte Lösung. Dr. Wolfgang Faisst, Co-Leiter der Arbeitsgruppe Geschäftsmodellinnovationen, erklärt: „Häufig fehlt technologisch starken Unternehmen das Wissen in den Bereichen digitaler Geschäftsmodelldefinition, Softwareentwicklung und vor allem in der Vermarktung. Unternehmen sollten deshalb in ihrem digitalen Ökosystem passende Allianzen schmieden, um die benötigten Kompetenzen zu erhalten, aber auch Daten und Infrastruktur zu teilen. Auch „AI as a Service“-Anbieter, die Dienstleistungen rund um KI verkaufen, können als Partner herangezogen werden.

Auch KI-Produkte müssen gewartet werden

Ein weiteres wichtiges Element für ein erfolgreiches KI-basiertes Geschäftsmodell ist seine kontinuierliche Pflege und Weiterentwicklung. Die Qualität von KI-Anwendungen kann mit der Zeit abnehmen, etwa weil sich das Kundenverhalten ändert. Häufig fehlen den Unternehmen solche Wartungsstrategien für ihre KI-Lösungen.

KI verändert auch berufliche Profile. Um KI-Geschäftsmodelle umsetzen zu können, müssen Fachkräfte eingestellt und bestehendes Personal weitergebildet werden. Die Mitarbeiter sollten sich schrittweise an die KI gewöhnen können.

Die Autoren raten, KI-Systeme abteilungsübergreifend zu entwickeln und zunächst für Assistenzfunktionen einzusetzen, sodass der Mensch weiterhin die finale Entscheidung trifft. Nur wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das neue System verstehen und ihm vertrauen, kann die Einführung von KI gelingen.

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