Risiken bei der Einführung von Industrie 4.0 minimieren

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das Forschungsprojekt Sorisma erarbeitet Methoden, mit denen Unternehmen die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf ihre Wertschöpfungskette analysieren und auf eventuelle Risiken reagieren können.

Um Risiken bei der Einführung von Industrie 4.0 zu minimieren, entwickelt das Projekt Sorisma Methoden.
Um Risiken bei der Einführung von Industrie 4.0 zu minimieren, entwickelt das Projekt Sorisma Methoden.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Industrie 4.0 ist längst als Buzzword in aller Munde – aber die Umsetzung selbst ist kompliziert und schwer zu überblicken. Hier will das Forschungsprojekt Sorisma Licht ins Dunkel bringen: Sorisma steht für „Soziotechnisches Risikomanagement bei der Einführung von Industrie 4.0“. Das Projekt will die Zusammenhänge der Faktoren Technik, Organisation und Mensch systematisieren sowie Risiken bei der Einführung von Industrie 4.0 minimieren.

Stolpersteine auf dem Weg zu Industrie 4.0 vermeiden

Eine Fabrik Industrie-4.0-fähig zu machen, bedeutet nicht nur die Einführung neuer Technologien. Die Umstellung wirkt sich auf die ganze Organisation aus. Die Investition für intelligente Montage-Assistenten in der Produktion zahlt sich beispielsweise nur aus, wenn sich der Assistent auch gut in die Arbeitsabläufe der Mitarbeitenden einfügt und von diesen akzeptiert wird.

Prof. Roman Dumitrescu, Direktor am Fraunhofer IEM, erklärt : „Stolpersteine für eine erfolgreiche Einführung von Industrie 4.0 sind oft schwer abzuschätzende Risiken zwischen Technik, Organisation und Mensch. Sorisma wird Methoden entwickeln, mit denen Betriebe diese Zusammenhänge frühzeitig erfassen und mögliche Risiken erkennen sowie minimieren. So können sie Industrie 4.0 langfristig erfolgreich einführen.“

Methoden-Baukasten für kleine und mittelständische KMU

Das Konsortium aus Forschung und Industrie um Daniela Hobscheidt (Fraunhofer IEM) und Carina Culotta (Fraunhofer IML) stellen das Sorisma-Logo vor.
Das Konsortium aus Forschung und Industrie um Daniela Hobscheidt (Fraunhofer IEM) und Carina Culotta (Fraunhofer IML) stellen das Sorisma-Logo vor.
(Bild: Fraunhofer IEM)

In dem dreijährigen Forschungsprojekt erarbeiten die Projektpartner Methoden, mit denen Unternehmen die Auswirkungen von Industrie 4.0 auf ihre gesamte Wertschöpfungskette analysieren und mögliche Risiken erkennen und bewerten können. Beim Einführen der Industrie 4.0-Technologien profitieren Betriebe dann von Methoden, mit denen sie mögliche Gefahren überwachen und steuern können.

Daniela Hobscheidt, Sorisma-Projektleiterin vom Fraunhofer IEM, betont: „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen wird Sorisma einen wertvollen Methoden-Baukasten und Best Practices für die risikooptimierte Einführung von sozio-technischen Industrie 4.0-Lösungen zur Verfügung stellen. Auch ohne große Investition in eigene Innovations- und Entwicklungstätigkeiten haben sie Zugriff auf praxiserprobte Forschungsergebnisse.“

Wichtige Grundlagen dafür liefern die beteiligten Anwenderunternehmen. Sie bringen ihre bisherigen Erfahrungen mit Industrie 4.0 ein, aber auch ihre Wünsche und Bedürfnisse.

Interessierte Unternehmen können die Methoden testen

Interessierte Unternehmen können künftig über ein Online-Tool auf alle Projektergebnisse zugreifen, Pilotprojekte studieren und mit den Methoden arbeiten. Darüber hinaus kooperieren die Partner von Sorisma mit Gewerkschaften wie der IG Metall NRW und Netzwerken wie dem Technologie-Netzwerk it’s OWL und dem Mittelstand-Kompetenzzentrum Digital in NRW, um die Projektergebnisse zu verbreiten und Feedback aus der Praxis zu bekommen.

Beteiligt an dem Projekt sind:

  • Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM
  • Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
  • Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn
  • Unity AG
  • Myview Systems
  • Beulco
  • MIT – Moderne Industrietechnik
  • Thyssenkrupp Industrial Solutions AG
  • Westaflex

Das Projekt wird für drei Jahre mit rund 2,7 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 46220702)