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Smart-Factory-KL zeigt, wie autonome Produktion funktioniert

| Redakteur: Katharina Juschkat

Autonome Produktion heißt nicht, auf den Menschen verzichten. In einem Demonstrator zeigt die Smart-Factory-KL, wie das funktionieren kann – erste Pläne dazu gibt es auf der SPS zu sehen.

Der neue Demonstrator kann erstmals auf der SPS interaktiv erlebt werden – den fertigen Demonstrator gibts dann auf der Hannover Messe 2020 zu sehen.
Der neue Demonstrator kann erstmals auf der SPS interaktiv erlebt werden – den fertigen Demonstrator gibts dann auf der Hannover Messe 2020 zu sehen.
(Bild: Smart-Factory-KL)

Die Smart-Factory-KL zeigt auf der SPS erstmals den Plan für ihren neuen Demonstrator, den sie auf der Hannover Messe 2020 vorstellen wollen. Der Demonstrator soll zeigen, wie das Konzept der autonomen Produktion praktisch umgesetzt werden kann.

Über die Smart-Factory-KL

Die Smart-Factory-KL ist eine Technologie-Initiative, die seit 2005 daran arbeitet, gemeinsam mit Forschung und Industrie ein Industrie-4.0-Netzwerk aufzubauen. Die herstellerunabhängige Forschungsplattform ist ein Wegbereiter für Industrie 4.0. Inzwischen arbeiten rund 50 Mitglieder gemeinsam an Produkten und Lösungen und gemeinschaftlichen Standards für Industrie 4.0.

Bisherige Autonomiekonzepte stellen die Maschinen in den Vordergrund und der Mensch spielt keine Rolle mehr. Die Smart-Factory-KL hält diese Annahme für falsch. Mit ihrem neuen Konzept „Production Level 4“ stellt sie den Menschen in den Mittelpunkt – und genau das soll der Demonstrator zeigen. Er wird in den nächsten Jahren stetig weiterentwickelt. 2020 stehen eine neue Systemarchitektur sowie ein herstellerunabhängiger Modultausch im Mittelpunkt.

Es wird unsere Verantwortung bleiben, was in der Produktion passiert. Diese Verantwortung kann und soll uns weder eine Maschine noch Künstliche Intelligenz abnehmen!

Prof. Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der Smart-Factory-KL

Die bisherigen Theoriepapiere zur industriellen Produktion beschreiben in Analogie zum autonomen Fahren sechs Level der Autonomie von 0 bis 5, wobei 5 „ohne das Zutun von Menschen“ meint. „Genau den Level sehen wir aber nicht als Ziel“, erklärt Prof. Martin Ruskowski, Vorstandsvorsitzender der Smart-Factory-KL. „Routinearbeiten werden sicherlich von KI oder Maschinen ersetzt. Aber Fähigkeiten wie echtes Verstehen, Kreativität, Moral oder Emotionen erlernen Maschinen oder Software nicht. Wir gehen davon aus, dass Technik dazu da ist, den Menschen zu unterstützen, nicht zu beherrschen. Production Level 4 soll dies deutlich herausstellen.“

„Wir halten es für wichtig, dass bei uns die Mitglieder zusammenarbeiten“, erklärt Vorstandsvorsitzender der Smart-Factory-KL Ruskowski (Mitte). Mit im Bild: Andreas Huhmann (links) und Prof. Hans Dieter Schotten (rechts).
„Wir halten es für wichtig, dass bei uns die Mitglieder zusammenarbeiten“, erklärt Vorstandsvorsitzender der Smart-Factory-KL Ruskowski (Mitte). Mit im Bild: Andreas Huhmann (links) und Prof. Hans Dieter Schotten (rechts).
(Bild: SmartFactory-KL / K. Schäfer)

Herstellerübergreifende Plattform für neue Techniken

Als einen Schlüsselpunkt für die autonome Fabrik sieht das Smart-Factory-KL unter anderem 5G und Künstliche Intelligenz (KI). Ruskowski erklärt: „5G ist bisher die einzige drahtlose Technologie, mit der im industriellen Umfeld unterbrechungsfrei große Datenmengen transportiert werden können. Ohne schnelle Kommunikation und geringe Latenzzeiten wird KI niemals ihr Potential entfalten können“.

„Die SmartFactory-KL ist eine herstellerübergreifende Plattform“, erklärt Ruskowski, „in der Unternehmen mit uns zusammen neue Techniken ausprobieren und umsetzen können.“ Sein Vorstandskollege Andreas Huhmann ergänzt: „Diese Übersetzung von der Theorie in die Praxis ist für unsere 53 Mitglieder aus der Industrie ein wichtiger Grund, sich bei uns zu engagieren.“

Modulare Systemarchitektur ist skalier- und erweiterbar

In Themengruppen arbeiten die Unternehmen zu relevanten Fragestellungen zusammen. Dabei leiten die Experten der Smart-Factory-KL die Arbeitsgruppen, während die Industriemitglieder ihre Bedürfnisse formulieren, die Inhalte aktiv mitgestalten und die Ergebnisse zurück in die Produktion tragen. „Wir halten es für wichtig, dass bei uns die Mitglieder zusammenarbeiten“, so Ruskowski. „Bisher denken die Firmen meist nur an sich. Für den Standort Deutschland ist das nicht zielführend.“

„Wir haben zum einen eine modulare Systemarchitektur entwickelt, die skalierbar und erweiterbar ist“, sagt Ruskowski, „und wir zeigen in Hannover, dass in unserem System Module von unterschiedlichen Herstellern problemlos ausgetauscht werden können.“ Damit will die SmartFactory-KL zeigen, dass ihr System herstellerunabhängig funktioniert. Dazu wurde zum Beispiel die Safety-Konformitätsprüfung in die Verwaltungsschale integriert.

„Der Demonstrator ist so angelegt, dass wir ihn jährlich weiterentwickeln können, bis wir in fünf Jahren Production Level 4 verwirklicht haben,“ erklärt Ruskowski. „In der Anlage kumuliert unser Wissen und unser Können“, ergänzt Andreas Huhmann, „damit zeigen wir jedes Jahr auf der Hannover Messe, was technisch machbar ist.“

Die Smart-Factory-KL auf der SPS: Halle 5, Stand 368

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