Effizienz

Software hilft beim Energiesparen

| Redakteur: Katharina Juschkat

In einem Projekt haben Fraunhofer-Forscher zusammen mit Ökotec eine Software entwickelt, die Anlagen eigenständig energieeffizienter regeln soll.

Eine neue Software lernt aus dem Verhalten einer Anlage und gestaltet sie energieeffizienter.
Eine neue Software lernt aus dem Verhalten einer Anlage und gestaltet sie energieeffizienter.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Bei neuen Maschinen und Anlagen spielt die Energieeffizienz eine immer größere Rolle. Sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht setzen viele Unternehmen ganz bewusst auf mehr Energieeffizienz. Neben der Anschaffung neuer Maschinen gibt es jedoch auch weitere Möglichkeiten, den eigenen Betrieb energiesparender zu betreiben.

Anlagenbetrieb automatisiert regeln

Dazu hat die Ökotec Energiemanagement GmbH und das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK in einem Projekt das intelligente, digitale Steuerungssystem „Eneffreg“ entwickelt, das den Anlagenbetrieb automatisiert nach Energieffizienzkriterien regelt.

Im Fokus des Projekts standen versorgungstechnische Anlagen, die Kälte, Wärme oder Frischluft für Produktions- und Laborumgebungen liefern, da diese Anlagen einen großen Anteil am Gesamtenergieverbrauch der Unternehmen haben. So können mit kleinen Verbesserungen enorme Einsparungen erzielt werden. Je nach Anlage und Bereich konnte das Projekt Einsparungen in Höhe von 10 bis 30 Prozent erreichen. Das soll sich in Zukunft auch auf andere Anlagen übertragen lassen.

System lernt Verhalten der Anlagen

Die Steuerung der Anlagen basiert auf der Energieeffizienz-Software „Eneffco“ und auf einer mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit entwickelten Kennzahlmethodik. Im Betrieb liest das Steuerungssystem Eneffreg Messdaten eines Systems aus und erlernt so das Verhalten der Anlagen hinsichtlich ihrer Effizienz. Dadurch können vernetzte Teilsysteme neu eingestellt und Veränderungen selbstlernend berücksichtigt werden.

Prof. Jörg Krüger vom Fraunhofer IPK erläutert hierzu: „In dem Projekt wollten wir die Energieeffizienz gezielt regeln. Dazu brauchen wir nicht nur das Messen, sondern auch das Steuern innerhalb eines geschlossenen Regelkreises. So gehen wir einen Schritt weiter als bisherige Ansätze und erreichen damit eine höhere Leistungsstufe.“

Energieeffizienz besser visualisieren

Die Projektpartner entwickelten zudem neue Methoden zur Visualisierung der Energieeffizienzfaktoren von Maschinen. Knut Grabowski von Ökotec erklärt: „Damit existiert nun für den Wunsch nach einer grafischen Darstellung von vieldimensionalen Zusammenhängen eine neue Lösungsmöglichkeit, die auch für viele Anwendungsprobleme verwendet werden kann.“

Aufbauend auf den Projektergebnissen möchte die Firma Ökotec die Software zur Marktreife weiterentwickeln. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IPK sollen in den kommenden Jahren außerdem Fragen zu Methoden der Künstlichen Intelligenz und die Standardisierung von Schnittstellen erforscht werden.

Mit an dem Projekt beteiligt waren Bayer, Daimler und Thyssenkrupp Steel Europe, gefördert wurde es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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