Industrie 4.0 Vier Themenfelder mit Entwicklungsbedarf identifiziert

| Redakteur: Katharina Juschkat

Der Forschungsbeirat der Plattform Industrie 4.0 identifiziert vier Industrie-4.0-Themenfelder, die noch Entwicklungsbedarf haben, und fordert Politik, Forschung und Industrie dazu auf, aktiv zu werden.

Der Forschungsbeirat benennt vier Themenfelder, in denen Forschung und Entwicklung dringend notwendig sind.
Der Forschungsbeirat benennt vier Themenfelder, in denen Forschung und Entwicklung dringend notwendig sind.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

In einem neuen Papier des Forschungsbeirats der Plattform Industrie 4.0 identifizieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vier Industrie-4.0-Themenfelder, in die sich zukünftige Forschungs- und Entwicklungsbedarfe einteilen lassen. Auf diesen Feldern sollten Politik, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aktiv werden, fordert die Plattform.

In den Themenfeldern sind in den kommenden Jahren Forschung und Entwicklung dringend notwendig. Der Sprecher des Forschungsbeirats Reiner Anderl erklärt: „In den vier Themenfeldern identifizieren wir nicht nur die Notwendigkeit der Erforschung weiterführender technologischer und methodischer Wegbereiter für Industrie 4.0. Wir erkennen auch Forschungs- und Entwicklungsbedarfe im ökonomischen und soziologischen Kontext von Industrie 4.0. Während Technologien und Methoden die Umsetzung von Industrie 4.0 befördern, gewinnen die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie Auswirkungen auf Arbeit und Gesellschaft zunehmend an Bedeutung. Die Rolle des Menschen wird sich ändern, aber auch zukünftig gestalterisch und steuernd im Mittelpunkt stehen.“

Die Themenfelder im Überblick:

1. Wertschöpfungsszenarien für Industrie 4.0

  • Nachhaltiges Nutzenversprechen durch Virtualisierung von Produkten und Diensten
  • Datengetriebene Geschäftsmodelle und Veränderung der Erlösgenerierung
  • Weiterentwicklung von Wertschöpfungsarchitekturen
  • Entwicklung und Implementierung von Strategien des nachhaltigen Wirtschaftens
  • Nachhaltigkeit von Smart Contracts und Distributed Ledger Technologien

2. Perspektiven technologischer Entwicklungen

  • Flexible, modulare Produktionssysteme und ihre Systemarchitekturen
  • Künstliche Intelligenz und Autonomie
  • Sensorik und Aktorik
  • Kommunikationstechnik

3. Neue Methoden und Werkzeuge für Industrie 4.0

  • Strategische Planung und Auslegung von Industrie 4.0-Lösungen
  • Erprobung von Industrie 4.0-Lösungen
  • Engineering von Industrie 4.0-Lösungen
  • Betrieb von Industrie 4.0-Lösungen

4. Arbeit und Gesellschaft

  • Gestaltung rechtlicher Rahmenbedingungen
  • Kriterien soziotechnischer System- und Arbeitsgestaltung
  • Dringlichkeit von Kompetenzentwicklung und Qualifizierung
  • Förderung von Akzeptanz, Ausbau von Partizipation und Wandel von Führungskulturen
  • Gesellschaftspolitischer Dialog

Der Forschungsbeirat sieht in den gemeinsamen Anstrengungen von Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft eine Chance, Industrie 4.0 weiterzuentwickeln. So erhofft man sich beispielsweise Erkenntnisse über die Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie zur rechtlichen Regelung von Maschine-Maschine-Interaktionen (Smart Contracts), die Potenziale der 5G-Technologie für den Datentransfer, die Realisierungschancen zusätzlicher Experimentierräume und Testumgebungen (Testbeds) für Industrie 4.0 oder die Akzeptanzförderung unter Beschäftigten bei der Einführung von Industrie 4.0-Lösungen.

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