Software

Wie der modulare Anlagenbau die Prozessindustrie revolutioniert

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Immer kürzere Time-to-Market-Zeiten und kleinere Chargen erfordern in der Prozessindustrie höhere Flexibilität und Effizienz. Die Modularisierung von Anlagen könnte dieses Problem lösen. Mit Zenon hat Copa-Data hierfür eine Softwarelösung entwickelt.

In modularen Anlagen werden die einzelnen MTPs in das Leitsystem auf eine höhere Automationsebene importiert. Von dort aus werden alle Funktionen der einzelnen Module orchestriert.
In modularen Anlagen werden die einzelnen MTPs in das Leitsystem auf eine höhere Automationsebene importiert. Von dort aus werden alle Funktionen der einzelnen Module orchestriert.
(Bild: Copa-Data)

Der Markt für Hersteller der Prozessindustrie verändert sich schneller als je zuvor. Erste Anwendungsbeispiele in der Praxis zeigen: Wenn Anlagen Plug and Produce gewährleisten, eröffnen sie großes technisches und wirtschaftliches Potenzial. Konventionell aufgebaute prozesstechnische Anlagen können die Einführung neuer Produkte sowie veränderte Produktionsmengen oft nicht effizient bewältigen.

So könnte der modulare Anlagenbau die gesamte Prozessindustrie revolutionieren, wenn dieser konsequent umgesetzt wird. Denn in der Prozessindustrie spielen verkürzte Markteinführungszeiten eine immer größere Rolle.

Modularisierung, Konnektivität und Orchestrierung sollte laut Experten deshalb der Dreiklang lauten, der schon früh im Produktlebenszyklus abgebildet werden sollte, spätestens mit der Prozessentwicklung, um den steigenden Herausforderungen in der Prozessindustrie zu begegnen. Der Softwarehersteller Copa-Data hat mit Zenon eine Software für die Industrieautomatisierung entwickelt, die den gesamten Prozessablauf dieses Dreiklangs abbildet.

Enorme Effizienzsteigerung durch Baukasten-Prinzip der Anlage

Auf der diesjährigen SPS, die vom 26. bis 28. November 2019 in Nürnberg stattfindet, zeigt Copa-Data gemeinsam mit Merck einen richtungsweisenden Ansatz für die Anwendung im Labor, um diesen Herausforderungen gerecht zu werden.

Die Idee hinter der Modularisierung von Prozessanlagen ist folgende: Eine Anlage setzt sich aus mehreren autarken Anlagenmodulen zusammen. Ein Modul wird z. B. auf einen bestimmten Prozessschritt, eine Automationskomponente oder die gesamte Anlage digital abgebildet. Je kleiner die Module, desto flexibler ist das System.

Nach dem „Baukasten-Prinzip“ lassen sich Anlagen aus den einzelnen Bausteinen je nach Bedarf schnell und unkompliziert immer wieder neu zusammenstellen. Für die Betreiber bedeutet das eine enorme Effizienzsteigerung und Kostenersparnis. Denn ein Großteil des Engineerings findet bereits im Modul-Engineering statt. Fertige Module können beliebig oft eingesetzt werden.

Im Kontext von Smart Factory wird oft nur über die Möglichkeiten geredet, Daten zu sammeln. Doch Daten ohne Bezug sind für den Anwender wertlos. Bei der Modularisierung von Prozessanlagen stehen Konnektivität und Orchestrierung im Mittelpunkt.

Jürgen Schrödel, Managing Director Copa-Data Deutschland

Alle Funktionen im Leitsystem orchestrieren

MTP (Module Type Package) beschreibt einheitlich die verfahrenstechnischen Aspekte eines Anlagenmoduls und ist die Schnittstelle zwischen Verfahrens- und Automationstechnik. Hierbei handelt es sich um eine offizielle und herstellerübergreifende Norm (VDI/VDE/NAMUR 2658). Sobald die einzelnen MTPs in das Leitsystem auf einer höheren Automationsebene importiert sind, werden dort alle Funktionen automatisch zur Verfügung gestellt und von dort aus orchestriert. Copa-Data zeigt am Beispiel eines aktuellen Projekts mit Merck die Integration der MTPs sowie die Orchestrierung für die Anwendung im Laborumfeld.

SPS 2019: Halle 7, Stand 590

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